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Alte Mühlen - Archäologie und Bauforschung


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von Krtek am 30 Jul. 2009 14:39:46

Hallo schöne Müllerinnen und Mühlenliebhaber,

mein Name ist Roman Grabolle, ich bin Archäologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO) an der Universität Leipzig. Ich beschäftige mich mit Archäologie, Geschichte und Bauforschung des Mittelalters und der Neuzeit in Mittel- und Ostdeutschland und Ostmitteleuropa und dabei wiederum vor allem mit der slawischen Besiedlung und interdisziplinärer Burgenforschung – und neuerdings auch mit Mühlen . Die Website unseres Hauses wird gerade überarbeitet, demnächst auch mit mehr Informationen zu den Projekten und Mitarbeiter_innen und damit auch zu mir: www.uni-leipzig.de/gwzo/ . Etwas mehr zu mir steht auch auf meiner Wikipedia-Benutzerseite: de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Krtek76

Damit genug mit meiner Vorstellung und hin zu den Mühlen. Hierbei interessieren mich besonders ihre archäologische und bauhistorische Erforschung bzw. Mühlen als Boden- oder Baudenkmal. Die wesentliche Anregung für meine (noch am Anfang stehende) Beschäftigung mit diesen Themen verdanke ich tschechischen Kolleginnen und Kollegen.

Lucie Galusová schreibt derzeit ihre Abschlussarbeit an der Katedra archeologie der Westböhmischen Universität Plzen (www.kar.zcu.cz/) über die archäologische Untersuchung einer neuzeitlichen Mühle, der wohl in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert an- und 1945 niedergelegten Maschamühle (Mášově mlýně) im Dorf Žebráky (Petlarn) bei der böhmisch-bayerischen Grenze bei Tachov (de.wikipedia.org/wiki/Ho%C5%A1%C5%A5ka), und arbeitet allgemein zum Thema Archäologie der Mühlen. Siehe z.B.

* Lucie Galusová, Zaniklý Mášův mlýn. Příspěvek k poznání novověkých vodních mlýnů na Tachovsku (Die verschwundene Maschamühle. Ein Beitrag zum Kennenlernen der neuzeitlichen Wassermühlen im Bezirk Tachov). Dějiny staveb 2007, 201-204. www.evida.cz/desta/07/sbobsah.pdf

* Lukáš Funk / Lucie Galusová, Mlýn s horizontálním větrným kolem na předměstí Nového Strašecí (Die Mühle mit horizontalem Windrad auf der Vorstadt Nové Strašecí). Dějiny staveb 2008, 192-197. www.evida.cz/desta/08/sbobsah.pdf

Mühlen werden in der archäologischen, bauhistorischen und historischen Forschung in Tschechien seit einiger Zeit recht intensiv erforscht. Die Ergebnisse werden zumeist auf Workshops „Vodní mlýny“ (Wassermühlen) im Regionální muzeum in Vysoké Mýto (Hohenmauth) präsentiert und diskutiert, die von dem dort tätigen Ethnologen PhDr. Radim Urbánek (www.vesnickepamatky.cz/ ) und seinen Kollegen und Kolleginnen organisiert und auch publiziert werden:

Vodní mlýny I (18.-19.6.2002): www.muzeum.myto.cz/archiv/sem-vm.htm
Vodní mlýny II (23.-25.11.2005): www.npu.cz/pp/akce/minuleakce/akce05/akce051209mlyny/
Vodní mlýny III (14.-16.10.2008): www.npu.cz/download.php?FNAME=1221745558.upl&ANAME=akce080918vysmytomlynyIIIprogram.pdf

Sofern Interesse besteht, kann ich die bisherigen Tagungsprogramme gern übersetzen, damit man einen Eindruck von der Bandbreite der dort behandelten Themen und einen Überblick über die bereits erforschten Mühlen gewinnen kann. Bei der Gelegenheit könnte ich auch auf die Publikationen als gedrucktes Buch oder auf CD-Rom verweisen, die allerdings nur in tschechischer Sprache erhältlich sind.

Mit Unterstützung einiger Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland und Österreich habe ich vor einiger Zeit begonnen, mir einen ersten Überblick über den Forschungsstand zu (Wasser-)Mühlen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und im Rest Europas und der Welt zu erarbeiten. Das Ganze steht wie gesagt noch am Anfang und ich freue mich daher über jeden Hinweis auf zusammenfassende Arbeiten oder zu einzelnen Mühlen.

Übergreifende Publikationen zu prähistorischen, antiken, mittelalterlichen und neuzeitlichen Mühlen im archäologischen und bauhistorischen Befund sind meines Wissens noch eher selten:

* Joachim Henning, Mühlentechnologie und Ökonomiewandel zwischen Römerzeit und Hochmittelalter. Fragen aus archäologischer Sicht. Saalburg-Jahrbuch 47, 1994, 5-18.

* H. W. Böhme, Wassermühlen im frühen Mittelalter. In: A. Böhme (Hrsg.), Die Regnersche Mühle in Bretzenheim. Beiträge zur Geschichte der Wassermühle. Bretzenheimer Beiträge zur Geschichte 1 (Mainz 1999) 26-55.

* Jan Klápště / Anne Nissen Jaubert / Ridardo Córdoba / James Graham-Campbell, Watermills. In: James Graham-Campbell / Magdalena Valor (Hrsg.), The Archaeology of Medieval Europe. Vol. 1. Eighth to Twelfth Centuries AD (Aarhus 2007) 214-217. ISBN 978-87-7934-288-0.

Die aktuellste mir bekannte Zusammenstellung von archäologischen Befunden zu Mühlen in Deutschland in der 2004 eingereichten und 2007 veröffentlichten Dissertation von

* Gerson H. Jeute, Ländliches Handwerk und Gewerbe im Mittelalter. Untersuchungen zur nichtagrarischen Produktion im westlichen Brandenburg. Studien zur Archäologie Europas 7 (Bonn 2007). ISBN 978-3-7749-3454-2

Mit Mühlen im archäologischen Befund setzt(e) sich auch Jens Berthold in seiner Dissertation – ausgehend von der Mühle in Elfgen im Elsbachtal – auseinander.

* Jens Berthold, Müllersmüll - ein mittelalterlicher Mühlenstandort in Desdorf? Archäologie im Rheinland 2002, 177-179.

* Jens Berthold, Das Elsbachtal im Mittelalter und der frühen Neuzeit. Archäologie einer Kulturlandschaft. Diss Univ. Bonn 2003, S. 42 f., 130.
hss.ulb.uni-bonn.de/diss_online/phil_fak/2003/berthold_jens/0286.pdf

* Jens Berthold, Archäologische Nachweise von Mühlen im Rheinland. Eine Übersicht zu Literatur und Forschungsstand. In: Ernst Pohl, Udo Recker und Claudia Theune (Hrsg.), Archäologisches Zellwerk. Beiträge zur Kulturgeschichte in Europa und Asien. Festschrift für Helmut Roth zum 60. Geburtstag Internationale Archäologie. Studia honoraria 16. (Rahden/Westf. 2001) 571-586.
www.vml.de/d/inhalt.php?ISBN=978-3-89646-396-8

E. Mittelalterliche und Neuzeitliche Mühlen im Rheinland (575-580)
1. Wassermühle bei Bergheim-Kenten (575-576)
2. Wassermühle bei Bergheim-Paffendorf (576-577)
3. Wassermühle bei Duisburg-Huckingen (577)
4. Wassermühlen des Klosters in Oberhausen-Sterkrade (577)
5. Wassermühle bei Waldfeucht-Haaren (577-578)
6. Wassermühle in Grevenbroich-Elfgen (579)
7. Schiffsmühle im Rhein bei Bonn (579)
8. Bockwindmühle bei Tönisvorst-Vorst / Bokemühle (579)
9. Rossmühle in Kevelaer-Kervenheim (580)
F. Gewerbemühlen im Bergischen Land (580-582)
1. Gewerbemühle bei Langerwehe (581)
2. Waidmühle bei Jülich-Bourheim (581-582)
G. Mühlsteine von Kraftmühlen im Rheinland (582)
H. Mühlen und Mühlenarchäologie im Rheinischen Braunkohlenrevier (582-583)
I. Zum Stand der Mühlenarchäologie im Rheinland (583)

Zu Schiffsmühlen nun zusammenfassend:
* Daniela Gräf, Boat Mills in Europe from Early Medieval to Modern Times. Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie mit Landesmuseum für Vorgeschichte 51. Bibliotheca Molinologica 19.3 (Dresden 2006). ISBN 978-3-910008-73-1.
Industrie- und handwerksgeschichtliche Aspekte stehen im Fokus des vorliegenden Buches, das den Schiffmühlen gewidmet ist. Diese Anlagen zur Nutzung der Wasserkraft waren auf den Flüssen Europas weit verbreitet. Ihre Geschichte wird vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert anhand von archäologischen, historischen und kunsthistorischen Quellen zur Sprache gebracht. In einem umfänglichen Katalog werden knapp 700 Schiffmühlen ausführlich vorgestellt. Um das aus einer Dissertation entstandene Standardwerk einem größeren Publikum zugänglich zu machen, wurden Text und Katalog in Zusammenarbeit mit der „Internationalen Mühlen Gesellschaft“ (T.I.M.S.) ins Englische übersetzt. Zudem gibt es eine längere deutsche sowie französische Zusammenfassung.
www.archsax.sachsen.de/Themenportal/download/III_32_vdl51.pdf

Eine interessante Diskussion über karolingerzeitliche Wassermühlen mit einigen bekannten „Chronologiekürzern“, die bekanntlich die Mühlen mitsamt ihrer Zeit wegforschen wollen - mit Literatur und Weblinks: newsgroups.derkeiler.com/Archive/De/de.sci.geschichte/2005-09/msg00175.html

Schrift- und Bildquellen zu den frühesten Walkmühlen im südlichen Ostseeraum wurden jüngst hier zusammengestellt:

* Doris Bulach, Innovationsfreude im Handwerk? Die ersten Walkmühlen im südlichen Ostseeraum. Zeitschr. Arch. Mittelalter 34, 2006, 33-46.

Mehr zu Mühlen und Müllern in ihrer dieser Tage eingereichten Dissertationsschrift .

Noch eine ganz frische Dissertation von Thomas Liebert (Bamberg), die im Rahmen eines DFG-Projektes "Technik des frühen Mittelalters - Wassermühlen im frankisch-bajuwarischen Grenzgebiet bei Greding, Mittelfranken" - Auswertung der Grabungen im Bereich der zukünftigen ICE-Trasse Nürnberg-München entstand:
www.uni-bamberg.de/zemas/leistungen_organisationsebene/forschung/projekte/projekte_2007/prof_dr_ingolf_ericsson/

Zu der Wassermühle aus Dasing aus dem Ende des 7. Jh./ frühen 8. Jh. ist ja bereits eine Reihe von Veröffentlichungen erschienen:
* Wolfgang Czysz: Die ältesten Wassermühlen. Archäologische Entdeckung im Paartal bei Dasing (Thierhaupten 1998)

Im Rahmen des 6. Deutschen Archäologiekongresses in Mannheim vom 13. bis 17. Mai 2008 fand auch die Sitzung der Deutschen Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit e. V. zum Thema " Wasserbau in Mittelalter und Neuzeit" statt:
Programm der Sitzung in Mannheim 2008: www.dgamn.de/index.php?nr=11
Die Publikation der Vorträge im Mitteilungsblatt wird im September 2009 zur Sitzung in Detmold erscheinen.

Neben vielen „allgemeinen“ Beiträgen zum Wasserbau:
* Jens Beutmann: Wasserbau in Dresden in Mittelalter und früher Neuzeit
* Jens Berthold: Die hochmittelalterliche Wassermühle von Elfgen, Kreis Neuss.
* Wolfgang Niemeyer: Eine frühindustrielle Anlage auf dem Münsterplatz in Herford.

Mittlerweile gibt es eine stattliche Zahl von Ausgrabungen und Einzeluntersuchungen zu Mühlen, von denen hier die Ergebnisse einer Suche im www zusammengestellt sind

BREMEN

Lankenau bei Bremen
www.landesarchaeologie.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen02.c.736.de
Bei Kampfmittelräumarbeiten in Lankenau wurde eine technische Anlage angeschnitten, die vermutlich der Unterbau einer Bockwindmühle ist. Zwei Meter unter der Erde lag als Fundament ein Balkenkreuz mit einer Balkenlänge von jeweils vier Meter. Durch die vorhandenen Markierungen auf den Balken konnten weitere Holzteilfunde in eine ursprüngliche Position gebracht werden. ... Welche Funktion die Windmühle dort erfüllte, ist noch zu klären. Vermutlich handelt es sich um eine Wasserschöpfmühle. In dem Areal fanden sich keinerlei Anzeichen eines Wirtschaftsgebäudes. Die Bestimmung von Holzproben ergab eine zeitliche Einordnung in die Jahre 1815/16.

NIEDERSACHSEN

Lüneburg
Ausgrabungen einer Wassermühle an der Ilmenau

MECKLENBURG-VORPOMMERN

Zusammenfassung der Befunde aus Mecklenburg-Vorpommern
* Verena Hoffmann / Peter Kaute / Ralf Mulsow, Mühlen und Göpelwerke. In: Hauke Jöns / Friedrich Lüth / Heiko Schäfer (Hrsg.), Archäologie unter dem Straßenpflaster. 15 Jahre Stadtkernarchäologie in Mecklenburg-Vorpommern. Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns 39 (Schwerin 2005) 289-294.

Hieraus:
* Verena Hoffmann, "Tyschen zyngel und muren". Archäologie in Deutschland 2003 Hf. 1, 43 f.
* Verena Hoffmann, "Tyschen zyngel und muren". Die Ausgrabungen an der Tollensemühle in Altentreptow. In: Hans-Joachim von Oertzen (Hrsg.), Grenzregion zwischen Pommern und Mecklenburg.Vorträge 2002. Schriften des Fördervereins Kreisheimatmuseum Demmin 4 (Schwerin 2004) 39-52.

Laage
Schweriner Volkszeitung vom 16. Juli 2009
www.svz.de/artikel/article//archaeologen-sorgen-fuer-sensation.html
Jens Griesbach
Archäologen sorgen für Sensation
LAAGE - Der für die Stadtgeschichte bemerkenswerte Sensationsfund ist dem Zufall geschuldet. Die Entdeckung war nur möglich, weil gerade das DRK-Seniorenheim "Am Achtern Wall" erweitert wird. Das Heim liegt am Rande der Altstadt. In der Baugrube wurden die Archäologen des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege Schwerin, die regelmäßig Bauarbeiten in Altstadtbereichen im ganz MV begleiten, fündig. "Das ist wirklich etwas Besonderes, der erste für Laage nachgewiesene Fund dieser Art", sagt Grabungsleiter Reiner Konczak vom Landesamt. Vor allem die am Rande der Altstadt ausgegrabene Handmühle aus Eifelbasalt aus dem 13. Jahrhundert mit einem Durchmesser von knapp 30 Zentimetern hat es ihm angetan. "Das wurde importiert. Dieses Gestein gibt es hier nicht", sagt Konczak. Es handelt sich um das älteste Fundstück aus Laage überhaupt.

Stralsund
Zahlreiche Zeitungsmeldungen vom Oktober 2008
www1.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/wasserbauwerk100.html
www.deafvision.de/nachrichten/kultur/riessiges-wasserbauwerk-entdeckt
www.mvregio.de/nachrichten_region/155661.html
www.morgenpost.de/printarchiv/wissen/article960908/Wasserbauwerk_des_Mittelalters_entdeckt.html
Stralsund (ddp-nrd). Am Stadtrand von Stralsund sind Archäologen auf ein riesiges mittelalterliches Bauwerk gestoßen. Auf einem drei Hektar großen Areal, auf dem im kommenden Jahr eine Stadthalle mit Parkplätzen entstehen soll, legten die Experten ein weiträumiges künstliches Grabensystem frei. «Wir haben es hier mit einer ausgeklügelten wassertechnischen Anlage zu tun, die vermutlich vor 700 Jahren angelegt wurde», sagt Grabungsleiterin Marlies Konze. Nach Ansicht der Wissenschaftler handelt es sich bei dem Fund bundesweit um eines der größten freigelegten mittelalterlichen Wassersysteme außerhalb einer Stadt.

BRANDENBURG

Jüterbog
* Silke Schwarzländer, Straße durch die Zeit. Neubau der Ortsumgehung Jüterbog, Landkreis Teltow-Fläming. Archäologie in Berlin und Brandenburg 2002, 143-145.
cma.gbv.de/dr,cma,008,2005,r,07.pdf

Potsdamer Neueste Nachrichten vom 27.01.04
www.pnn.de/pm/125021/

„Bausteine zur Geschichte“ im Jahrbuch Archäologie
In Jüterbog älteste Mühle Brandenburgs entdeckt
„Archäologie in Berlin und Brandenburg 2002“. ... In Jüterbog im Landkreis Teltow-Fläming wurde die älteste Mühle Brandenburgs entdeckt. Durch eine Untersuchung von Holzproben konnte ihre Entstehung sehr genau - auf die 80er Jahre des 12. Jahrhunderts – datiert werden, sagte Landesarchäologe Jürgen Kunow.

Gielsdorf
* Eberhard Völker, ... am rauschenden Bach ... Die Gielsdorfer Mühle im Gamengrund, Lkr. Märkisch-Oderland. Archäologie in Berlin und Brandenburg 2003, 149-151.

Meseberg, Ot. von Gransee
Bei Ausgrabung entdecktes Fundament der Mühle
www.von-meseberg.de/index.php?site_id=642&page_id=172

BERLIN

Berlin-Marzahn
www.berlin.de/ba-marzahn-hellersdorf/aktuelles/presse/archiv/20080820.1500.107436.html
Denkmalbereich Dorf Alt-Marzahn
Ausgrabungsergebnisse von der Marzahner Mühle
Die heutige Marzahner Mühle, erbaut 1993-94, hat drei würdige Vorgänger, die mit dem Lebenswerk zweier großer Familien verbunden sind. Eine von ihnen, Familie Triller, war seit 1899 in Marzahn ansässig, pachtete zunächst die zweite (erbaut 1870) und errichtete 1908 eine dritte Mühle. Max Georg Triller erbaute 1912 auch das erste Windkraftwerk, dessen Fundamentblock 2006 durch den Müller Jürgen Wolf im Rahmen einer Ausgrabung geborgen werden konnte. Dieser wird nun zusammen mit weiteren Funden der Öffentlichkeit erstmals präsentiert.
Alt-Marzahn/Hinter der Mühle 4, 12685 Marzahn - Hellersdorf / Marzahn

SACHSEN-ANHALT

Halle/Saale
* Dieter Dolgner/Jens Lipsdorf (Hrsg.), Historische „Wasser-Bauten“ der Stadt Halle/Saale (Halle 1995).
* Dieter Dolgner/Jens Lipsdorf (Hrsg.), Historische Industriebauten der Stadt Halle/Saale (Halle 1996).

SACHSEN

Chemnitz, Klostermühle
Sie lag im Dreieck Hartmannstraße, Theaterstraße und An der Markthalle und ist Anfang bzw. Mitte der 1990er Jahre (1994?) weitgehend unbeobachtet für den Neubau einer Bank weggebaggert worden.

Dresden, Neumarkt
* Jens Beutmann, Was vom Graben übrigblieb ... Die Ausgrabungen auf dem Dresdner Neumarkt. www.archaeologie-online.de/magazin/fundpunkt/ausgrabungen/2004/was_vom_graben_uebrigblieb/

Leipzig, Thomasmühle
* Ingo Campen, Folke Damminger, André Schumann, Ralph Hempelmann, Alexander Niederfeilner, Helge Svenshon und Thomas Westphalen, Stadtarchäologie in Leipzig. Überblick 1995-1996. Archäologie aktuell im Freistaat Sachsen 4, 1996 (1997), 183-218, hierzu 215-217.

Leipzig, Dölitzer Wassermühle
Archäologen erforschen Geschichte der Dölitzer Wassermühle
24. März 2009
Seit dem Sommer 2008 werden verschiedene Bereiche des im Jahr 1814 wiedererrichteten Gebäudes der Dölitzer Wassermühle archäologisch untersucht. ...
archaeonews.blogspot.com/2009/03/archaologen-erforschen-geschichte-der.html
Ans Licht geholt: Archäologen erforschen Geschichte der Dölitzer Wassermühle. 24.03.2009
www.l-iz.de/Bildung/Zeitreise/2009/03/Ans-Licht-geholt-Arch%C3%A4ologen-e-200903231900.html

Triebischtal
* Markus Flade, Wassermühlen im Triebischtal – die Wiederentdeckung der über 500 Jahre alten Mühlenlandschaft in der Lommatzscher Pflege. Masterarbeit im Masterstudiengang Denkmalpflege und Stadtentwicklung an der TU Dresden 2008.

NORDRHEIN-WESTFALEN

Braunkohletagebau Garzweiler I
* S. K. Arora, J. Franzen, Eine römische Wasserleitung und eine hochmittelalterliche Wassermühle in der Elsbachniederung. Archäologie im Rheinland 1988 (1989) 120 f.

Erftstadt-Niederberg, Rotbachtal
2005 untersuchte Reste einer karolingischen Wassermühle aus der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts
* Petra Tutlies, Eine karolingische Wassermühle im Rotbachtal. Erftstadt, Rhein-Erft-Kreis. Archäologie im Rheinland 2005, 106-108. www.kuegler-textoris.de/muehle_rotbach.pdf mit Verweisen auf Vergleichsfunde zum Beispiel aus Dasing bei Augsburg.

Krefeld-Oppum
Christoph Reichmann, Ausgrabungen an der Geismühle.
www.heimat-krefeld.de/website/dieheimat/2007/78_2007_gesamt/013-014.pdf
www.archaeologie-krefeld.de/Bilder/news/grabung2006/Geismuehle.pdf

HESSEN

Frankfurt-Oberrad
www.hessischermuehlenverein.de/muehlengickel/Muehlengickel-Maerz-2007-3.pdf
Andrea Hampel, Die historische Gerbermühle in Frankfurt-Oberrad. Hessen Archäologie 2005 (2006), 147–150.

Heusenstamm bei Offenbach am Main
Frankfurter Rundschau vom 12.05.2009
www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/kreis_offenbach/1752020_Heusenstamm-Archaeologen-finden-mittelalterliche-Muehle.html

Archäologen finden mittelalterliche Mühle
Von Andreas Hartmann
Bei Bodenradaruntersuchungen haben Archäologen der Unteren Denkmalschutzbehörde zwischen Patershausen und Heusenstamm die gut erhaltenen Fundamente eines mittelalterlichen Gebäudes entdeckt. ... Die Ausgrabungen werden in den nächsten Wochen fortgesetzt. Bisher fehlt noch der wichtigste Beleg, dass dies wirklich die 1576 letztmals erwähnte Mühle von Rennigishausen (Renigshausen) ist - ein Mühlstein nämlich. An der historischen Stelle soll nun eine Station des Regionalparks entstehen, kündigte Heusenstamms Bürgermeister Peter Jakoby (CDU) an.

Siehe auch
Dreieich-Zeitung, 15.05.2009
www.stadt-heusenstamm.de/Startseite/tabid/36/cmod/446/article/3048-Ausgrabungen_beim_Hofgut_Patershausen_Reste_der_Muehle_von_Rennigishausen_gefunden/Default.aspx

op online vom 13.05.09
Stück des Mühlsteins entdeckt
www.op-online.de/nachrichten/heusenstamm/stueck-muehlsteins-entdeckt-298209.html

Laubach, Landkreis Gießen, Wüstung Baumkirchen, Höresmühle
www.denkmalpflege-hessen.de/Archaeologie/Projekte/Wustungsforschung_in_Hessen/body_wustungsforschung_in_hessen.html

RHEINLAND-PFALZ

Saxler
* Hartwig Löhr/Mechthild Neyses-Eiden, Ein Dendrodatum für Erzbischof Boemunds Fischteich. Der hochmittelalterliche Staudamm bei der Saxler Mühle, Kreis Daun. Archäologie in Rheinland-Pfalz 2003, S. 74-76.

BADEN-WÜRTEMBERG

Heidelberg, Mönchsmühle
* Manfred Benner / Folke Damminger / Achim Wendt, Archäologie und Bauforschung in der Heidelberger Mönchsmühle. Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2003, 215-219.
cma.gbv.de/dr,cma,008,2005,r,07.pdf

Esslingen am Neckar
www.archaeologie-bw.de/essling/karmel01.html

Freiburg im Breisgau, Gerberau 46
* Bertram Jenisch, Das ehemalige Haus "Zum Kristallen Eck" in Freiburg, Gerberau 46. Archäologische Spuren einer Edelsteinschleiferei und Mahlmühle. Südwestdeutsche Beiträge zur historischen Bauforschung 7, 2007, 61-69

Konstanz
Südkurier vom 06.06.2009
www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Archaeologen-rechnen-mit-sensationellen-Funden-aus-Roemerzeit;art372448,3799516
Konstanz. Archäologen rechnen mit sensationellen Funden aus Römerzeit
Konstanz – Die Konstanzer Erde ist eine reichhaltige Schatzkammer. Aktuell buddeln die Archäologen auf einer Baustelle beim Emmishofer Zoll ... Hier in der Nähe des früheren Emmishofer Tores stand jedenfalls ein sehr großes Gebäude. Grabungsleiterin Michaela Jansen: „Wir haben ganz massive Balken gefunden.“ Sie lassen sich nun zweifelsfrei einer Mühle zuordnen, die vor dem Bau eines Kapuzinerklosters hier stand. Sie wurde wahrscheinlich im 15. Jahrhundert erstellt und für den Bau des Klosters wieder abgerissen. Der Fund ist eine kleine Sensation, denn es seien bundesweit sehr wenige Reste von Mühlen aus dieser Zeit erhalten, berichtete Ralph Röber vom Archäologischen Landesmuseum (ALM). Meist wurden sie abgerissen und das Holz für andere Zwecke verwendet.
Doch nun sind große Mengen Holz gefunden worden, unter anderem ein riesiges Eichenteil, bei dem es sich vermutlich um die Welle der Mühle handelt. Das Gebäude dürfte sich also gut rekonstruieren und die Zeit genau datieren lassen. Zu welchen Zwecken die Mühle gedient hat, ist bislang allerdings nicht geklärt. „Da müssen wir in den schriftlichen Quellen suchen“, sagte er.
Die Archäologen haben in den vergangenen Tagen eine weitere Mauer freigelegt, die sehr nahe an der zuvor gefundenen liegt. Beide dürften den Mühlkanal begrenzt haben, erläuterte der Fachmann vom ALM.

BAYERN

Omersbach, Ortsteil von Geiselbach, Obere Mühle
Ausgrabungen 1985
www.geiselbach.de/Gemeinde/Teufelsm%C3%BChle/Geschichte/tabid/141/language/de-DE/Default.aspx
www.spessartprojekt.de/spessart/bibliothek/Wirtschaftsgeschichte.php
Die obere Teufelsmühle erscheint urkundlich erstmals 1796 und wurde um 1847 aufgegeben. Ihr Standort geriet in Vergessenheit, bis er 1985 durch eine Grabung lokalisiert werden konnte.
Gabriele Fleckenstein, Standort einer dritten Mühle im Teufelsgrund bei Omersbach nachgewiesen, in: Unser Kahlgrund 31 (1986), S. 140f. Gemeinde Geiselbach (Hg.), Festschrift der Gemeinde Geiselbach zur 700-Jahr-Feier vom 20. bis 23. Juni 1969, o.O. 1969, S. 61-63.

Haßfurt
Büro für Ausgrabungen & Dokumentationen Heyse
Archäologische Sondierung und Ausgrabung "Alte Mainmühle".
Die Untersuchung galt einer Mühle aus dem 16. Jh.
www.bfad-heyse.de/projekte.php

Etting bei Ingolstadt
* C.-M. Hüssen, J. Litzel, Die römischen Mühle im Landgut von Etting, Flur Zellau. Das Arch. Jahr in Bayern 1999, 54-56.
www.bingo-ev.de/~ks451/archaeol/etting01.htm

Weissenburg, Mittelfranken
Weissenburger Tagblatt vom 24.7.2009
www.weissenburger-tagblatt.de/artikel.asp?art=1057820&kat=26
Keine Sensation aber sehr aufschlussreich
WEISSENBURG – Mit der großen Sensation wird es nichts. In dem Gewölbe, das bei den Ausgrabungen auf dem Pausenhof der Fachoberschule in Weißenburg gefunden wurde, befindet sich keine historisch einmalige Badeanlage aus dem 16. Jahrhundert (wir berichteten). Das Gewölbe entpuppte sich als Wasserleitung aus dem späten 19. Jahrhundert. ... Grabungsteam um Archäologe Jochen Scherbaum ...
Dass dies bei der Mühle geschieht, deren Fundamente direkt an die Obere Stadtmühlgasse anliegend gefunden wurden, ist relativ wahrscheinlich. Denn offensichtlich handelt es sich nicht um die Stadtmühle, die auf dem heutigen Parkplatz der Turnhalle gestanden hat, sondern um eine zweite Anlage. Auch hier muss allerdings noch Archivkunde betrieben werden, bis Details bekannt sind.
Scherbaum hofft darauf, anhand der ergrabenen Räume auch konstruktive Details der Mühle feststellen zu können. Daraus könnten sich Rückschlüsse über das tägliche Leben der damaligen Weißenburger ergeben. Um welche Zeit es sich hierbei dreht – Mittelalter oder Neuzeit – ist schwierig. Die eigentliche Stadtmühle ist jedenfalls schriftlich erstmals 1640 belegt, was aber nicht heißen muss, dass sie nicht schon deutlich früher gebaut wurde.

Siehe auch Weissenburger Tagblatt vom 6.7.2009
Hoffen auf aufschlussreichen Fund
www.weissenburger-tagblatt.de/artikel.asp?art=1047056&kat=26

ÖSTERREICH

Feldkirchen in Kärnten
members.yline.com/~ch.gugl/feldkirchen/03feldk.htm
members.aon.at/ch.gugl/feldk1.htm

Wien
* Günther Buchinger / Manuela Legen / Bruno Maldoner / Paul Mitchell / Doris Schön, Baugeschichte und Adaptierung der Heumühle in Wien. Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege 62, Nr. 2/3, 2008, 159-169. ISSN 0029-9626.

Im Innenhof eines modernen Gebäudekomplexes an der Schönbrunnerstraße in Wien befindet sich die letzte erhaltene Mühle am Mühlbach südlich des Wienflusses. Bei dieser so genannten Heumühle handelt es sich um ein zweigeschossiges Gebäude über ca. 15 x 9 m Grundfläche, in dessen Inneren die zweischiffige, vierjochige Ständerkonstruktion des ehemaligen Mühlwerks erhalten ist. Der Artikel informiert auf der Grundlage bauhistorischer Befunde sowie umfangreichen Archivmaterials über die Baugeschichte der Mühle, deren älteste Mauerwerksbereiche aus dem 1. Drittel des 14. Jahrhunderts stammen. Des Weiteren wird über die Instandsetzung und Sanierung berichtet, die u. a. im Mühlenbereich eine neue Tragstruktur aus Stahl beinhaltete. Bei den Umbaumaßnahmen für die Neunutzung als Bürobereich sowie als Veranstaltungsraum wurde Wert auf die Erhaltung des historischen Substanz sowie der bemerkenswerten Mühleneinrichtung in josephinischer Formensprache gelegt.

Bibliothekskataloge, Recherche

BibScout - Das Internet-Verzeichnis der Medienbestände im Südwestdeutschen Bibliotheksverbund (SWB )
Wasserkraftmaschinen (Wasserräder, Wassermühlen, Wasserturbinen)
titan.bsz-bw.de/bibscout/ZG-ZS/ZL/ZL5100-ZL5950/ZL5400/ZL.5420

Liste der Publikationen zum Thema "Wassermühle" bei baufachinformation.de
www.baufachinformation.de/publikationen.jsp?s=Wasserm%FChle

RI Opac
opac.regesta-imperii.de/lang_de/suche.php?qs=m%C3%BChle+
opac.regesta-imperii.de/lang_de/suche.php?qs=wasserm%C3%BChle

Über weitere Hinweise zu archäologisch oder bauhistorisch untersuchten Mühlen in Mitteleuropa und der ganzen Welt aus Prähistorie, Antike, Mittelalter und (Früher) Neuzeit würde ich mich sehr freuen, ebenso über Hinweise auf bereits existierende zusammenfassende Veröffentlichungen und/oder auf Kollegen und Kolleginnen, die zu diesem Thema forschen.

Gibt es in Deutschland oder den Nachbarländern bereits ähnliche Versuche wie in Tschechien mit dem Mühlenseminar des Regionální muzeum in Vysoké Mýto, die bisherigen Forschungen zusammenzustellen und die Ergebnisse zu systematisieren?

Herzlichen Dank für Ihre/eure Hinweise im Voraus!
Roman Grabolle, Leipzig


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