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Fischreichtum früher


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von Schneckentrieur am 09 Feb. 2010 15:07:36

Ob es unterm Strich mehr kg Fisch pro m³ Fließgewässer gab, ist sicher sehr schwer zu ermitteln... ab und an hört man jedenfalls traumhafte Schilderungen vom herbstlichen Abfischen einzelner Mühlenteiche.

Was sicherlich abgenommen hat, ist der Artenreichtum. Mit den von Jan geschilderten Änderungen der Kulturlandschaften in den letzten 150 Jahren (intensivierung der Landwirtschaft, Verbau der Ufer) haben sich eben die empfindlicheren Arten zurückgezogen. Der Stör ist sicher nicht durch die Anlage von Wassermühlen zurück gedrängt worden, ansonsten wäre er wohl schon in der frühen Neuzeit in Mitteleuropa ausgestorben.

Dass jetzt ausgerechnet auf den "Querverbauen" herum gehackt wird (ich stell mir das jetzt mal bildlich vor ), hat m.E. vor allem den Grund, dass man behördlicherseits irgendetwas tun muss bzw. will und sich schlicht das einfachste Rädchen zum Drehen sucht.

Es wäre zwar verlockend, die Landwirtschaft per EU-Richtlinie flächendeckend zu extensivieren und Uferbefestigungen 100-km-weise einzureißen... neben Staustufen vernässte naturnahe Wiesen zu fordern / fördern ... aber irgendwas müssen wir nunmal beißen und die Lobby der Flächen- und Hausbesitzer, die in schöner Gewässerrandlage einfach keine nassen Füße bekommen wollen, ist auch nicht zu unterschätzen.

Etwas überspitzt ausgedrücktes Fazit: die Wassermüller haben die Probleme, die sie jetzt haben nur aus dem Grund, weil sie keine schlagkräftige Lobby haben bzw. weil die Lobby, die sie haben statt Lobby-Arbeit lieber zu Pfingsten Volksfest-Mühlentage ohne politische Aussage organisiert. Oder habe ich es einfach nur nicht mitbekommen, wie oft der D.G.M.-e.V.-Präsident (!) in Brüssel auf den Schreibtischen der Verantwortlichen herum springt?

Traurige und trotzdem un-bashige (!) Grüße

Florin

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